Kleiner Blonder Engel

…nur für einen Augenblick

Diese Geschichte erzählt von einem kleinen, blonden Engel und wie er seine Flügel wieder bekam…

Eines Tages spazierte ein kleiner blonder Engel mit seinem großen Schutzengel durch das Himmelsreich. Da blickte er durch ein Wolkenloch und sah eine neue Welt. Eine fremde Welt, die ihn magisch anzog.


Er fragte den Schutzengel: „Was ist das für eine Welt?“
„Oh“, sagte der Schutzengel „diesen Ort nennen wir Erde, dort leben die Menschen“.
„Menschen ?“ fragte der kleine Engel „was sind das?.
„Das sind Geschöpfe, die nicht mehr wissen und vergessen haben, was Engel sind“ sagte der Schutzengel.
Verdutzt blieb der kleine Engel stehen, schaute zum großen Schutzengel hinüber und lachte.
Er lachte mit seiner hellen, klaren Stimme, daß alle Sternlein am Himmelszelt wackelten.

 

Dann gingen sie weiter, doch der kleine blonde Engel mußte immer wieder an die Worte des Schutzengels denken. Nach einiger Zeit, da sah der kleine Engel während eines Spaziergangs wieder durch ein Wolkenloch auf die Erde. Ein seltsames Gefühl stieg in ihm hoch und er fragte den großen Schutzengel:

„Ich verspüre ein neues Gefühl in mir. Es kribbelt, was ist das?“
Der große Schutzengel sah seinen kleinen Freund ruhig an und dann sagte er: „Dieses Gefühl nennt man Sehnsucht“.
„Was ist Sehnsucht?“, fragte der kleine blonde Engel.
„Das Warten auf ein Wiedersehen mit der Ewigkeit.“ sprach der große Schutzengel.

Das verstand der kleine blonde Engel nicht, doch aus lauter Freude über dieses Gefühl lachte er, er lachte mit seiner hellen, klaren Stimme, daß alle Sternlein am Himmelszelt wackelten.
Die Zeit verging und der kleine Engel fühlte sich immer mehr und mehr zu den Menschen hingezogen.
Seine Sehnsucht wurde so groß, daß er eines Tages zum großen Schutzengel lief und sprach:

„Wie komme ich auf die Erde?“.
„Nun“, sprach der Schutzengel „Du mußt warten, bis zwei Menschen sich nichts sehnlicher wünschen, als ein Erdenkind.
Dann kannst Du in ihre Welt reisen und sie kennen lernen. Doch nur für einen Augenblick…
Du bist ein Engel und Deine Aufgaben sind hier im Himmelsreich“.

Der kleine Engel freute sich, er hüpfte aufgeregt von Wolke zu Wolke und wartete ungeduldig auf den Tag seiner Reise zu den Menschen.
Zur gleichen Zeit begab es sich auf der Erde, dass ein Vater und eine Mutter erfuhren, daß sie noch ein Kind erwarteten. Sie waren voller Freude und erzählten es ihren beiden Töchtern, die schon in der Familie wohnten. Nun begann für die Familie das Warten auf den großen Tag der Niederkunft.
Mit jedem Tag wuchs auch die Sehnsucht der Eltern, daß das Kind endlich das Licht der Erde erblickte.

Genau so unruhig wurde der kleine blonde Engel in seinem Himmelsreich. Dann kam der Tag, an dem die Reise losgehen sollte. Der Schutzengel nahm den kleinen Engel bei der Hand und ging mit ihm zum Himmelstor und fragte ihn:

„Möchtest Du wirklich diesen Ausflug machen? Es wir nur eine kurze Reise in die Welt der Menschen sein. Wenn der Tag für Dich gekommen ist, nach Hause zu gehen, werde ich Dich abholen.“
Der kleine blonde Engel zappelte vor Aufregung hin und her. Er konnte nicht stillstehen und rief: „Ja, ja, ich möchte endlich los. Bald bin ich wieder zurück.“
„Halt, halt“, rief der große Schutzengel „Deine Flügel mußt Du hier lassen! Ich werde sie für Dich aufbewahren, bis Du wiederkommst“.
„Woher weiß ich, wann ich nach Hause kommen soll?“ fragte der kleine Engel.
„Du wirst es spüren“, sagte der Schutzengel, „dann werde ich bei Dir sein.“

Zur gleichen Zeit spürte die Mutter, daß das Baby bald kommen würde, und an einem heißen Spätsommertag war es dann soweit.
Der kleine blonde Engel tauchte durch das Himmelsreich, durch die Wolken in das irdische Leben in Gestalt eines kleinen, blonden Menschenjungen.
Die glücklichen Eltern gaben ihrem kleinen Sohn einen „Namen“ und die beiden Töchter waren voller Stolz und Freude über die Geburt ihres kleinen Bruders.
Der kleine Junge wuchs in der Familie heran und seine beiden Schwestern umsorgten ihn fürsorglich.

Er war voller Liebe und Wärme und spendete der Familie viel Licht und Kraft.

Es kam der Tag, an dem dem kleinen Jungen der Schutzengel erschien.
Er tippte ihm behutsam auf die Schulter und sagte:„Kleiner, blonder Engel! Es wird Zeit, nach Hause zu gehen!“
Der Junge antwortete: „Aber ich will noch bleiben. Ich fühle mich wohl bei meiner Familie:“

„Ich weiß, daß die Liebe Deiner Familie so groß ist, daß es schwer fällt, zu gehen. Aber erinnere Dich! Deine Aufgaben sind im Himmelsreich.“ sagte der große Schutzengel.
„Du hast Recht, ich komme.“, antwortete der kleine Junge, „werde ich meine Eltern und meine Schwestern jemals wiedersehen?“.

Der Schutzengel überlegte einen Augenblick und sprach dann: “ Wenn die Liebe Deiner Eltern und Schwestern so groß ist, daß sie wieder an Engel glauben können, dann wird es für Euch ein Wiedersehen geben.“
Der Schutzengel griff unter einen weiten Umhang und holte ein paar kleine goldene Flügel hervor und und legte sie dem kleinen Jungen an.

Da lachte der, er lachte mit seiner hellen, klaren Stimme, daß alle Sternlein am Himmelszelt wackelten, glücklich, daß er seine Flügel wieder hatte.

Der Schutzengel nahm seinen kleinen Freund bei der Hand… und sie schwebten glücklich zurück ins Himmelsreich, begleitet von der Liebe seiner Eltern und Schwestern…

Wir danken der Autorin von ganzem Herzen für die Genehmigung zur Veröfflentlichung aus ihrem Tagebuch auf unserer Internetseite. © Copyright by Heike M.

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Fortsetzung…?(…von“Unbekannt“ zur Verfügung gestellt)

Geschichte eines Engels

Einst saßen einige kleine Engelfreunde zusammen auf ihren liebsten Sternen und schauten herunter auf die Erde. Einer der kleinen Engel sah dort unten zwei Menschen, die sehr glücklich miteinander waren. Er sah auch, dass die beiden gerne Kinder bekommen wollten. Der kleine Engel fand das ganz toll und ging zum lieben Gott um ihm davon zu berichten. Der kleine Engel wollte so gerne zu diesen beiden Menschen gehören, denn er fand sie sehr nett.

Der liebe Gott hörte sich geduldig das Anliegen des kleinen Engels an und meinte dann mit seiner tiefen, ruhigen Stimme: „Kleiner Engel, du darfst zu diesen Menschen auf die Erde. Aber sei dir bewusst, es ist ein weiter Weg und du wirst nicht lange bleiben können. Diese beiden sind noch nicht ganz bereit für ein Kind, auch wenn sie gerne eines hätten. Es sind erst noch andere Dinge zu erledigen, aber dafür brauchen sie Hilfe. Gehe du zu ihnen, wenn du es willst und zeige ihnen den richtigen Weg. Aber wenn deine Aufgabe erfüllt ist, musst du wieder zurück kommen und den Weg freimachen für einen anderen kleinen Engel.“

Der kleine Engel schaute traurig auf die Erde und überlegte, was er nun tun sollte. Aber er wollte so gerne diese beiden Menschen kennen lernen, von ihnen geliebt werden und ihnen helfen, dass er den weiten Weg auf sich nehmen wollte obwohl er nicht lange würde bleiben können.

Die beiden Menschen freuten sich sehr über seine Ankunft und erledigten die Dinge, die erledigt werden mussten. Aber eine Sache konnte nur in Gang gebracht werden, indem der kleine Engel sie wieder verließ. Schweren Herzens verabschiedete er sich von seinen Eltern und nahm das Gefühl mit sich, so sehr geliebt zu werden, wie man es sich kaum vorstellen kann. Die Eltern waren sehr traurig und verzweifelt, als der kleine Engel sie verlassen hatte. Aber sie halfen sich gegenseitig und so waren sie bald bereit, einen neuen kleinen Engel in Empfang zu nehmen. Der liebe Gott sah das und war sehr zufrieden.

Wenig später sah ein anderer kleiner Engel die beiden Menschen und wünschte sich nichts sehnlicher, als bei diesen beiden Kind sein zu dürfen. Der liebe Gott schickte ihn auf die lange Reise und dieser kleine Engel durfte länger bei seinen Eltern bleiben.

Der erste kleine Engel sitzt noch heute auf seinem strahlenden Stern und schaut hinunter zu seinen Eltern. Er freut sich für seinen kleinen Engelfreund, dass er dort bleiben durfte und er wird das Gefühl, so absolut geliebt zu werden, immer im Herzen tragen, so wie seine Eltern ihn immer in ihren Herzen tragen werden.

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Danke für diese „Fortsetzungsgeschichte“…! (an die/den unbekannte/n Autor/in).